Tagungen

Die Großen Arbeitstagungen des Freiburger Arbeitskreises Literatur & Psychoanalyse
werden regelmäßig jedes zweite Jahr durchgeführt.
Die nächste Große Arbeitstagung zum Thema »RELIGION UND GEWALT« findet am 17./18.01.2020 im Bürgerhaus am Seepark statt.

Das Tagungsprogramm können Sie sich hier herunterladen.

Wann? Freitag, den 17. Januar 2020 von 14:15 Uhr bis ca. 19 Uhr
Samstag, den 18. Januar 2020 von 9 bis ca. 18 Uhr
Wo? Bürgerhaus am Seepark in Freiburg im Breisgau
Adresse: Gerhart-Hauptmann-Straße 1
Parkplatz: Siedlerweg
Stadtbahn: Linie 1, Richtung Landwasser
Haltestelle: Betzenhauser Torplatz
Investition 75,- € für beide Tage; 35,- € für Freitag; 40,- € für Samstag
Studierende und Auszubildende: 15,- € für beide Tage;
5,- € für Freitag;  10,- € für Samstag
Anmeldung Online: www.litpsych.uni-freiburg.de
Per E-Mail: Kristina.Wacker@gmx.net
Per Post: Kristina Wacker, Friedrich-Ebert-Str. 16, 01259 Dresden
Zertifizierung Die Veranstaltung wird bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg mit folgenden Fortbildungspunkten in der Kategorie A beantragt:
Freitag: 5 Fortbildungspunkte
Samstag: 8 Fortbildungspunkte
TeilnehmerInnen, die an der Zertifizierung teilnehmen möchten, tragen sich bitte vor Ort im Tagungsbüro in eine Anwesenheitsliste ein.

Veranstalter
Dominic Angeloch / Ortrud Gutjahr / Tatjana Jesch / Helga Kremp-Ottenheym / Joachim Küchenhoff / Astrid Lange-Kirchheim / Wolfram Mauser / Joachim Pfeiffer / Carl Pietzcker / Petra Strasser

Rückmeldung und Anfragen zur Tagung richten Sie bitte an:
Kristina Wacker
Telefon: 0157 54367530
Kristina.Wacker@gmx.net

Die Bedeutung der Religion in unserer Gegenwart ist uneinheitlich. Viele Menschen entfernen sich immer weiter von religiösen Inhalten und Institutionen. Andere durchlaufen eine religiöse Radikalisierung, die mit wachsender Gewaltbereitschaft einhergeht.

Zugleich werden Gewalttendenzen innerhalb der etablierten Kirchen und klerikalen Organisationen immer offenkundiger. Heilige Schriften werden zunehmend auf ihr Gewaltpotenzial befragt oder zur Begründung von Gewaltausübung herangezogen. Dem steht das Bemühen gegenüber, gerade die Friedlichkeit der religiösen Überlieferungen und Praktiken herauszustreichen.

Neben religiösem Schrift- und Brauchtum ist fiktionale Literatur ein weiteres Medium, in dem sich die Beziehung zwischen Religion und Gewalt ergründen lässt. Gerade wo religiös motivierte Gewalt den Alltag beherrscht oder wo eine Durchleuchtung des Verhältnisses zwischen Religion und Gewalt besonders diffizil und brisant ist, erfüllt die Literatur eine wichtige kommunikative Funktion.

Literatur-, Kultur- und Religionswissenschaft sowie Soziologie und Psychoanalyse helfen bei der Auseinandersetzung mit der Frage, ob Religion Gewalt hervorbringt oder ob umgekehrt Religion aus Gewalt erwächst oder aber ob die beiden Phänomene einander eher entgegenstehen. Je nach wissenschaftlichem Ansatz liegt der Fokus auf spezifischen Facetten von Gewalt – realer oder fiktiver, historisch verbürgter oder mythisch überlieferter, physischer oder psychischer, privater oder politischer, personaler oder struktureller.

Die Freud’sche Psychoanalyse nimmt gegenüber der Religion die Position einer Aufklärung ein, die mit dem menschlichen Unaufgeklärten rechnet und es aus seiner psychogenetischen Funktion heraus begreift. Insofern setzt die Psychoanalyse am Familiären und Privaten an. Sie widmet sich aber auch der mythischen Überlieferung in den religiösen Gründungstexten und erweitert so ihren Rahmen in die Kulturwissenschaft hinein. Freuds bereits interdisziplinäre Impulse für eine Reflexion und Kritik der Religion sollen auf der Tagung aufgegriffen, weitergeführt und ausdifferenziert werden, um der Relation zwischen Religion und Gewalt auf die Spur zu kommen. Diese Spurensuche soll sich nicht allein auf die theoretischen Konzepte der beteiligten Wissenschaften einschließlich der Psychoanalyse verlassen, sondern auch den klinischen Erfahrungsbereich einbeziehen.

Behandelte fiktionale Literatur der Tagung „Religion und Gewalt“:

Vortrag von Tatjana Jesch (Freiburg): Über das Verhältnis der Religion zur Gewalt.
Eine Spurensuche bei Freud, in heiligem Schrifttum und in der Literatur:

  • Mary Miller: Süßer König Jesus, Roman, aus dem Englischen (USA) von Alissa Walser, Berlin 2013.

Vortrag von Jakob Hessing (Jerusalem): Das Evangelium nach Judas Iskariot. Amoz Oz und der Nahe Osten:

  • Amos Oz: Judas, Roman, aus dem Hebräischen von Miriam Pressler, Berlin 2015.

Vortrag von Tjark Kunstreich (Wien): Die Fantasie, die Gewalt, der Alltag, der Islam. Boualem Sansal und Algerien:

  • Boualem Sansal ist ein algerischer Schriftsteller französischer Sprache. 2011 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. In seinem Werk setzt er sich auch mit Fragen der Religion auseinander.

Weitere Angaben zur behandelten fiktionalen Literatur sind in Vorbereitung und werden ergänzt.


Die Rahmenthemen der letzten öffentlichen Tagungen:

2018: Angst
2016: Altern

2014: Interkulturalität. Konstruktionen des Anderen
2012: Scham
2010: Kindheiten
2008: Körper.Konstruktionen

Dörte Hinrichs‘ Beitrag vom 04. Februar 2016 »Die Psychoanalyse entdeckt die Senioren. Spätes Alter statt früher Kindheit« für den Deutschlandfunk zur Tagung 2016 »Altern« finden Sie hier zum Nachlesen und zum Nachhören.

Hier finden Sie die Besprechung der Tagung »Altern« 2016 von Christine Richard in der Basler Zeitung.

Dörte Hinrichs‘ Beitrag vom 30. Januar 2014 »Wieso wir Angst vor Dem Fremden haben – Konstruktionen des Anderen. Über den Umgang mit dem Fremden« für den Deutschlandfunk zur Tagung 2014 »Interkulturalität« finden Sie hier zum Nachlesen und zum Nachhören.

Hier finden Sie die Besprechung der Tagung »Scham« 2012 von Christine Richard in der Basler Zeitung.

Dörte Hinrichs‘ Beitrag »… und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren< – Der Freiburger Arbeitskreis ›Literatur und Psychoanalyse‹ zur Grenze des Schamgefühls« für den Deutschlandfunk zur Tagung 2012 »Scham« finden Sie hier zum Nachlesen oder auf der Seite des Deutschlandfunks.

Hier finden Sie außerdem einen Beitrag des Deutschlandfunks über die Tagung »Kindheiten« 2010 von Dörte Hinrichs und Hans Rubenich.

Den Beitrag zur Tagung 2006 »Freuds Aktualität – Jahrestagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur und Psychoanalyse« aus dem Deutschlandfunk finden Sie hier.

Besprechungen zurückliegender Tagungen:

1. Dominic Angeloch: »Freiburger Arbeitskreis Literatur & Psychoanalyse: »Kindheiten«, in: Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen 64 (2010), S. 465-468.
Die Besprechung können Sie hier lesen. Bitte beachten Sie: Der Nachweis am Ende des Dokuments ist nicht korrekt, Nr. 5 muss korrigiert werden in Bd. 64 (2010).

2. Harald Weilnböck: »Zur Freiburger Tagung ‚Freuds Aktualität’ im Januar 2006«. Tagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur und Psychoanalyse, in: Psyche 60 (2006), H. 7, S. 674-678.

3. Harald Weilnböck: »’Fremde’. Tagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur und Psychoanalyse, Februar 2001«, in: Psyche 56 (2002), H. 1, S. 84-87.