Tagungen

Die Großen Arbeitstagungen des Freiburger Arbeitskreises Literatur & Psychoanalyse

finden regelmäßig jedes zweite Jahr statt. Die nächste Große Arbeitstagung zum Thema »Angst« findet statt am 26./27.01.2018, wiederum im Bürgerhaus am Seepark.

Das Tagungsprogramm können Sie sich hier herunterladen.

Wann? Freitag, den 26. Januar 2018 von 14:15 Uhr bis ca. 20 Uhr
Samstag, den 27. Januar 2018 von 9 bis ca. 19 Uhr
Wo? Bürgerhaus am Seepark in Freiburg im Breisgau
Adresse: Gerhart-Hauptmann-Straße 1
Parkplatz: Siedlerweg
Stadtbahn: Linie 1, Richtung Landwasser
Haltestelle: Betzenhauser Torplatz
Investition 75,- € für beide Tage; 35,- € für Freitag; 40,- € für Samstag
Studierende und Auszubildende: 15,- € für beide Tage; 5,- € für Freitag;  10,- € für Samstag
Anmeldung Online-Anmeldung über www.litpsych.uni-freiburg.de
per Mail mit Anmeldeformular an Kristina.Wacker@gmx.net
per Post an Kristina Wacker, Unteres Grün 10, 79117 Freiburg

Veranstalter
Dominic Angeloch / Ortrud Gutjahr / Tatjana Jesch / Helga Kremp-Ottenheym / Joachim Küchenhoff / Astrid Lange-Kirchheim / Wolfram Mauser / Joachim Pfeiffer / Carl Pietzcker / Petra Strasser

Rückmeldung und Anfragen zur Tagung richten Sie bitte an:
Kristina Wacker
Telefon: 0761/6964166
Kristina.Wacker@gmx.net

ANGST ist ein überwältigender, bedrohlicher und zu irrationalem Handeln treibender Affekt. Angst flottiert frei und konkretisiert sich an immer neuen, auch realen Bedrohungen.

In der Literatur werden angsterzeugende ästhetische Strategien seit der Antike eingesetzt (vor allem im Dienst der Katharsis), sie finden sich in den literarischen Texten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Seit dem 18. Jahrhundert schreiben namhafte Autoren „schauerliche“ Erzählungen oder Gedichte. Mit der „schwarzen Romantik“ eines E.T.A. Hoffmann oder Bonaventura nehmen die Nachtseiten der menschlichen Psyche, die Bedrohungen durch Ängste, die aus dem Unbewussten aufsteigen, in kunstvollen Erzählungen Gestalt an und werden zur Grundlage moderner Horrorliteratur. Im 20. Jahrhundert wird die Literatur – und bald schon der Film, besonders der expressionistische Stummfilm – zum Tummelplatz vielfältiger Ängste.

Die Psychoanalyse nähert sich der Angst aus unterschiedlichen Perspektiven: aus triebökonomischer unter dem Aspekt der Umwandlung aufgestauter libidinöser Energie in Angst; aus triebdynamisch-ichpsychologischer als einem im Ich angesiedelten Signal, das auf drohende Gefahr hinweist und zu Kampf, Flucht oder Verdrängung auffordert; aus traumapsychologischer Perspektive als Erfahrung von Hilflosigkeit bei Ich-Überflutung durch eine übergroße Energiemenge, nachdem der Reizschutz durchbrochen wurde; unter genetischer Perspektive als Wiederholung einer traumatischen Situation, die durch einen gegenwärtigen Reiz ausgelöst wird; aus objektpsychologischer Perspektive mit Blick auf Ausbildung und Verinnerlichung zerstörerischer oder schützender Objekte; aus abwehrpsychologischer Perspektive mit Blick auf die unterschiedlichen angstabwehrenden Mechanismen und die ihnen entsprechenden Pathologien.

Zu fragen ist aus literaturwissenschaftlicher Sicht vor allem, wie die Angst und ihre Abwehr die literarische Form bestimmen. Wenn sie für Freud Angst „Kernsymptom der Neurose“ war und von einer Reihe anderer Autoren als eine Grundbefindlichkeit des menschlichen Daseins aufgefasst wurde, muss sie dann für die Literatur nicht nur als eines unter vielen Themen, sondern als ihr wesentlich zugehörig verstanden werden?


Informationen zu den literarischen Texten/zum Film:

ReferentInnen Titel Erwähnte Texte/Filme
Carl Pietzcker Angstlust – ein Motor der Literatur Joseph Conrad: Herz der Finsternis
Joachim Pfeiffer Filmische Konstruktionen der Angst: The Village (2004) von M. Night Shyamalan

Tzvetan Todorov: Einführung in die fantastische Literatur, Mün­chen: Hanser 1972.

The Village – Das Dorf (2004). Originaltitel: The Village. Regie: M. Night Shyamalan. USA, 108 Min. FSK 12

Joachim Küchenhoff

„Angstapparat aus Kalkül“. Angstmachen und Macht

Theodor Fontane: Effi Briest. „Fürchtenmachen“ aus den Kinderszenen von Robert Schumann.

Martin von Koppenfels

Angstregime. Politik und Alptraum bei Charlotte Beradt und Bruno Bettelheim

Charlotte Beradt: Das Dritte Reich des Traums (Neuauflage Berlin 2016), Bruno Bettelheim: „Individual and Mass Behaviour in Extreme Situations“, in: Journal of Abnormal and Social Psychology 38 (1943), S. 417–452.

Dominic Angeloch

„Weird tales“: Das Unheimliche in Theorie und Literatur

H.P. Lovecraft: Das übernatürliche Grauen in der Literatur (Übers. A. Pechmann), Berlin 2014. Eugene Thacker: Tentacles Longer Than Night: Horror of Philosophy, Vol. 3, Airesford 2015. Robert Aickman: The Wine-Dark Sea, London 2014.

Annette Pehnt

Lesung aus dem Lexikon der Angst

Annette Pehnt: Lexikon der Angst, München: Piper 2013.


Die Rahmenthemen der letzten öffentlichen Tagungen:

2016: Altern
2014: Interkulturalität. Konstruktionen des Anderen
2012: Scham
2010: Kindheiten
2008: Körper.Konstruktionen
2006: Freuds Aktualität
2005: Lachen

Hier finden sie die Programme der zurückliegenden Tagungen [pdf]:

Tagungsprogramm 2016 – Altern und hier: die offizielle Ankündigung
Tagungsprogramm 2014 – Interkulturalität. Konstruktionen des Anderen
Tagungsprogramm 2012  – Scham
Tagungsprogramm 2010 – Kindheiten
Tagungsprogramm 2008 – Körper.Konstruktionen
Tagungsprogramm 2006 – Freuds Aktualität
Tagungsprogramm 2005 – Lachen

Dörte Hinrichs‘ Beitrag vom 04. Februar 2016 »Die Psychoanalyse entdeckt die Senioren. Spätes Alter statt früher Kindheit« für den Deutschlandfunk zur Tagung 2016 »Altern« finden Sie hier zum Nachlesen und zum Nachhören.

Hier finden Sie die Besprechung der Tagung »Altern« 2016 von Christine Richard in der Basler Zeitung.

Dörte Hinrichs‘ Beitrag vom 30. Januar 2014 »Wieso wir Angst vor Dem Fremden haben – Konstruktionen des Anderen. Über den Umgang mit dem Fremden« für den Deutschlandfunk zur Tagung 2014 »Interkulturalität« finden Sie hier zum Nachlesen und zum Nachhören.

Hier finden Sie die Besprechung der Tagung »Scham« 2012 von Christine Richard in der Basler Zeitung.

Dörte Hinrichs´ Beitrag »… und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren< – Der Freiburger Arbeitskreis >Literatur und Psychoanalyse< zur Grenze des Schamgefühls« für den Deutschlandfunk zur Tagung 2012 »Scham« finden Sie hier zum Nachlesen oder auf der Seite des Deutschlandfunks.

Hier finden Sie außerdem einen Beitrag des Deutschlandfunks über die Tagung »Kindheiten« 2010 von Dörte Hinrichs und Hans Rubenich.

Den Beitrag zur Tagung 2006 »Freuds Aktualität – Jahrestagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur und Psychoanalyse« aus dem Deutschlandfunk finden Sie hier.

Besprechungen zurückliegender Tagungen:

1. Dominic Angeloch: »Freiburger Arbeitskreis Literatur & Psychoanalyse: »Kindheiten«, in: Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen 64 (2010), S. 465-468.
Die Besprechung können Sie hier lesen. Bitte beachten Sie: Der Nachweis am Ende des Dokuments ist nicht korrekt, Nr. 5 muss korrigiert werden in Bd. 64 (2010).

2. Harald Weilnböck: »Zur Freiburger Tagung ‚Freuds Aktualität’ im Januar 2006«. Tagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur und Psychoanalyse, in: Psyche 60 (2006), H. 7, S. 674-678.

3. Harald Weilnböck: »’Fremde’. Tagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur und Psychoanalyse, Februar 2001«, in: Psyche 56 (2002), H. 1, S. 84-87.